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Herbert Eberhart / Paolo J. Knill

Lösungskunst

Lehrbuch der kunst- und
ressourcenorientierten Arbeit

Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2009

Lösungskunst im professionellen Umgang mit Teams, Gruppen und Grossgruppen

In der Praxis von Beratung, Supervision und Coaching mit Einzelpersonen bewährt sich die Methode des Intermodalen Dezentrierens IDEC® seit vielen Jahren. Wie aber steht es mit dem Intermodalen Dezentrieren in der Arbeit mit Gruppen, Teams oder gar Grossgruppen?

Eberhart und Knill konzentrieren sich in "Lösungskunst" (Göttingen, 2009) schwergewichtig auf die Arbeit mit Einzelpersonen. In vielen, zum Teil sehr ausführlichen Beispielen wird aufgezeigt, wie das Intermodale Dezentrieren IDEC® wirkt. Diese Ausführungen werden unterstützt durch die Erfahrungen anderer Autoren, z.B. Sina Bardill Arn (2007), Bernadette Lechmann (2007).

Der Einsatz von Kunst und Spiel in der Arbeit mit Gruppen und Teams ist sehr wohl möglich. Neben dem Einsatz in einer Phase der Dezentrierung ergeben sich sogar noch zusätzliche Möglichkeiten. Dabei sind einige Bedingungen zu beachten:

Steht das Anliegen eines Gruppenmitgliedes im Zentrum soll das künstlerische Angebot für Gruppen immer diesem Anliegens gerecht werden.

"Dabei ist es hilfreich, wenn die Ressourcen der Gruppe voll genutzt werden. In unserer Arbeit beziehen wir uns auch auf Ressourcen, die mit dem Künstlerischen und der Spielfähigkeit zu tun haben. Diese kommen nicht nur beim aktiven Mitmachen in der Dezentrierung zum Zuge, sondern auch bei der ästhetischen Analyse und bei der Ernte, wo ein Einbezug der Gruppe sehr bereichernd sein kann." (*)

Handelt es sich jedoch um ein Gruppenanliegen

"... wird die klassische Ensemble-Form eingehalten, alle sind in gleicher Weise verantwortlich, dem Werk eine Gestalt zu verleihen. Um lange Diskussionen zu vermeiden, empfiehlt es sich, dass die Leitung den Vorschlag macht, durch handelnde Versuche eine Entscheidung zu finden, anstatt durch Diskussion künstlerische Lösungen zu erzwingen." (*)

In der Arbeit mit Teams unterstützt eine Intermodale Dezentrierung nicht nur die Lösungsfindung. Kunst und Spiel, gemeinsam ausgeübt, können die Teamatmosphäre und indirekt die Teamidentität nachhaltig positiv beeinflussen.

"Dabei muss allerdings die professionelle Person das Anspruchsniveau der Aufgabenstellung gut dosieren. Das, was innerhalb der Dezentrierung zu bearbeiten ist, darf niemanden überfordern und muss gleichwohl ein befriedigendes und ansprechendes Werk ermöglichen. Die Aufgabe darf auch nicht zu einfach sein, da sonst das Mitwirken für einige der Beteiligten rasch zu etwas Beiläufigem wird und allen Reiz verliert." (*)

Auch im Setting von Grossgruppen, z.B. in der Kulturentwicklung, kann der Eindruck von Kunst und Spiel sehr sinnvoll sein. Diese Vorgehensweisen sind in der Literatur unter dem Begriff "community art" bekannt geworden (z.B. Knill, 2007).

In allen Mehrpersonensettings ist der Einsatz von Kunst in der Phase der Einstimmung wirkungsvoll und nachhaltig für den Aufbau einer bestimmten Atmosphäre.

* Zitat aus: Herbert Eberhart & Paolo J. Knill. Lösungskunst. Lehrbuch der kunst- und ressourcenorientierten Arbeit. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2009